Was kostet eine Abtreibung

SchwangerschaftstestDu bist ungewollt Schwanger und kannst oder möchtest dieses Baby nicht bekommen. Das bedeutet nicht, dass Du gleich den Kopf in den Sand stecken musst. Oft ist es so, dass eine Schwangerschaft für die Betroffenen ein mehr oder weniger großes Problem darstellt. Wenn das so ist, entscheidet sich die Frau für einen Schwangerschaftsabbruch. Dieser Abbruch ist bis zur zwölften Woche in Deutschland legal.

 

Indikation für den Abbruch der Schwangerschaft

 

Solltest Du Dich für eine Abtreibung entscheiden ist dieser also nicht rechtswidrig. Dafür müssen aber bestimmte Indikationen vorliegen und von einem Arzt festgestellt werden. Die medizinische Indikation erlaubt den Abbruch der Schwangerschaft, um die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des seelischen oder körperlichen Gesundheitszustandes oder die Gefahr für das Leben von Dir abzuwenden. Wie bereits erwähnt, ist der Abbruch bis zur zwölften Woche möglich. Somit ist also keine Eile für Dich geboten. Du hast noch ausreichend Zeit zu überlegen, welcher Weg für Dich der Beste ist.

Natürlich kann auch ein Sexualdelikt bei einer Frau vorliegen, die durch diese Tat schwanger wird. Auch hier ist natürlich ein Abbruch gestattet. Für den Fall, dass Du noch nicht 14 Jahre alt bist, gilt das gleiche.

 

Du bist nicht allein – suche Dir Hilfe

 

Du kannst jederzeit ärztliche oder beratende Hilfe in Anspruch nehmen, um Dir über Deine Entscheidung klar zu werden. Schlaflose Nächte musst Du nicht haben, weil Du Dich vielleicht nicht entscheiden kannst, was Du tun sollst. Rede vielleicht mit Deinem Frauenarzt darüber oder hol Dir Hilfe in einer der vielen Beratungsstellen. Beispielsweise unterstützt Dich Pro Familia Deutschland. Aber auch bei der Arbeiterwohlfahrt oder im Familienplanungszentrum kannst Du Dir beratende Hilfe holen. Außerdem gibt es auch Profamilia Online. Lass also den Kopf nicht hängen. Es gibt viele Beratungsstellen, die Dir bei Deiner Entscheidung behilflich sind. Du musst nur den ersten Schritt tun und Dich dort melden.

 

Was Du über die Methoden der Abreibung und die Kosten wissen solltest

 

Was kostet eine AbtreibungEs gibt zwei Methoden, Deine Schwangerschaft abzubrechen. Zum einen der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch und zum anderen der operative. Ein operativer Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung oder sogar unter einer kurzen Narkose. Keine Angst! Du wirst dabei keine Schmerzen haben. In der Regel wird dieser Eingriff ambulant durchgeführt. Du kannst also danach wieder nach Hause. Wenn der Abbruch medikamentös erfolgt, geschieht das natürlich unter ärztlicher Aufsicht. Du nimmst Präparate (eine sogenannte Abtreibungspille zum Beispiel) ein. Diese bewirkt innerhalb von zwei bis drei Tagen eine Fehlgeburt. Du musst keinen Schreck bekommen – es hört sich etwas seltsam an, ist aber so völlig in Ordnung!

Bei späten Abbrüchen der Schwangerschaft – also nach der 22. Schwangerschaftswoche, bei denen das ungeborene Kind überlebensfähig außerhalb des Mutterleibes sein könnte, wird normalerweise die Methode des Fetozids angewandt. Diese Methode wird beispielsweise durchgeführt, wenn bei Mehrlingsschwangerschaften (durch eine künstliche Befruchtung zum Beispiel) ein Risiko für die Mutter oder der Ungeborenen auftritt.

Die Kosten für eine Abreibung liegen in der Regel zwischen 300 Euro und 800 Euro. Hierbei ist die Art des Eingriffs entscheidend. Je nachdem, ob eine operative oder medikamentöse Abtreibung durchgeführt wird und ob die Abtreibung unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung stattfindet, sind die Kosten unterschiedlich hoch. Solltest Du wegen eventueller Komplikationen in ein Krankenhaus müssen, kommen hier noch die Krankenhauskosten dazu. Wenn Du Dich also mit dem Gedanken trägst, eine Abtreibung durchführen zu lassen, möchtest Du natürlich wissen, ob Kosten auf Dich zukommen. Nein, denn Du kannst bei Deiner Krankenkasse eine Kostenübernahme dafür beantragen. Auf jeden Fall wird von der gesetzlichen Krankenkasse auch die ärztliche Beratung vor der Abtreibung bezahlt. Aber auch die Betreuung durch den Art vor und nach Deinem Eingriff und auch die Behandlung, falls Komplikationen auftreten. Du musst für die Kostenübernahme Deine persönlichen Vermögens- und Einkommensverhältnisse angeboten.

Die Methoden der Abtreibung werden also in medikamentöse und operative unterteilt. Welche Methode für die am besten geeignet ist, richtet sich nach Deinem Alter, der Indikation und auch nach eventuellen Vorerkrankungen.

 

Der medikamentöse Abbruch

 

MedikamenteEine medikamentöse Abtreibung ist in Deutschland bis zum 63. Tag nach dem ersten Tag der letzten Menstruation mit dem Wirkstoff Mitepriston zulässig. Dieser Wirkstoff hemmt die Wirkung des Hormons Progesteron. Das Progesteron ist unter anderem für den Erhalt der Schwangerschaft nötig. Das Medikament macht den Muttermund weicher und öffnet ihn. Nach der Einnahme erhält die Frau zusätzlich 36 bis 48 Stunden nach der Einnahme Mifepriston als Tablette oder Zäpfchen. Dies geschieht natürlich auch alles unter ärztlicher Aufsicht. Diese Hormone fördern die Wehen und lösen dann die Fehlgeburt aus. Bei etwa 95 Prozent der behandelten Frauen erfüllt diese Art der Behandlung ihren Zweck. Besteht die Schwangerschaft jedoch nach dieser Medikation weiter und es ist keine Fehlgeburt eingetreten oder es kommt zu starken Blutungen, ist eine Ausschabung notwendig. Bei einer solchen Ausschabung werden die Schleimhaut der Gebärmutter und die Fruchtblase mit dem Embryo abgetragen. Dies geschieht mit chirurgischen Instrumenten. Natürlich wird dieser Eingriff auch betäubt.

 

Der operative Abbruch einer Schwangerschaft

 

OperationDie operative Abtreibung erfolgt unter Vollnarkose oder einer örtlichen Betäubung des Muttermundes. Die Saugkürettage ist dabei die meist verwendete Methode. Hierbei werden Gebärmutterschleimhaut und Embryo abgesaugt über ein Röhrchen. Auch die Ausschabung ist eine alternative Methode.

 

Nach der Abtreibung

 

Natürlich kann es immer wieder zu Komplikationen kommen. Daran solltest Du auch denken. Es sind Nachblutungen möglich oder Infektionen beispielsweise. Nicht zu vernachlässigen hierbei sind auch die möglichen psychischen Folgen. Damit Du nicht von eventuellen Schuldgefühlen oder Depressionen geplagt wird, solltest Du auf jeden Fall die Beratungsregelung in Anspruch nehmen. Oder suche Gespräche mit Freunden oder mit der Familie.

Natürlich kannst Du auch nach einem Schwangerschaftsabbruch irgendwann einem Kinderwunsch nachkommen und ein gesundes Baby zur Welt bringen.

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